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curated by Ernst Strouhal, Florian Bettel, Mathias Fuchs

Ausstellung GAMES
Kunst und Politik der Spiele

Curated by Mathias Fuchs, Ernst Strouhal, Florian Bettel

- Kunsthalle Wien (project space karlsplatz)
28. Mai - 6. Juli 2008, tägl. 16.00 - 22.00, Eintritt frei.

 

Die Ausstellung"GAMES" handelt von der Politik und Gegenwart des Spiels. In ihren Spielen stellt sich Gesellschaft dar, zugleich sind Spiele in ihren Regeln, ihrem Design und den Erzählungen, die sie erzeugen, Zerr- und Wunschspiegel der Gesellschaft. Heute sind interaktive PC-Spiele, Online-Games und Internet-Rollenspiele Leitmedium der aktuellen Jugendkultur und der ökonomisch bedeutendste Teil der globalisierten Unterhaltungs- und Kulturindustrie

 

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Jake & Dinos Chapman (UK), Künstlergruppe //////////fur//// (D), Carsten Höller (D), Margarete Jahrmann (A / CH), Max Moswitzer (A), Eastwood-Real Time Strategy Group (SRB), Liddy Scheffknecht (A), Jakob Scheid (A), Paul Sermon (UK), Tatia Skhirtladze (A / NL), Axel Stockburger (A), Sam Taylor-Wood (UK), Patrick Wiesner (FL), Erwin Wurm (A).

Präsentiert werden vor allem kontemporäre Künstlerspiele und Spielmodifikationen, welche die Ökonomie und Kultur der ludischen Gegenwart kritisch kommentieren und die Prozesse von Ent- bzw. Verkörperlichung, das Verschwimmen von Virtualität und Realität beleuchten.
Die Ausstellung reflektiert die thematischen Felder von:
 
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1. Begehren

Spiele, die Erotik, Sexualität und Pornographie zum Inhalt haben

 

2. Ökonomie

Spiele und Spielmodifikationen die ökonomische Prozesse kritisch reflektieren

 

3. Aggression

Spiele als künstlerische, kontermilitärische Statements oder Anti-War-Shooter

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Jake & Dinos Chapman: Chess Set

2003, Skulptur / Sculpture

 

 

Das Schachspiel der Brüder Chapman inszeniert das königliche Spiel als groteske und erotische Skulptur. Die Frisuren der Schachfiguren sind von Eugene Souleiman, dem Editorial Director von Vidal Sassoon. (M.F.)

„Es ist ein ganz normales Schachspiel mit rosa Mannequins auf der einen und braunen Mannequins auf der anderen Seite. Die Mannequins haben die charakteristischen Gesichtsmerkmale, die unsere Mannequins haben, und einen sehr hübschen Haarschnitt.“ (Jake & Dinos Chapman)

The chess set is a staging of grotesque, sexually-loaded figures on a chessboard. The haircut of the pawns of the game has been designed by Eugene Souleiman, editorial director of Vidal Sassoon. (M.F.)

‘It’s a normal chess set with pink mannequins on one side, brown mannequins on the other. The mannequins have the character istic facial features that our mannequins have and rather lovely haircuts.’ (Jake & Dinos Chapman)

Eine Leihgabe der / on loan from Sammlung Olbricht, Essen.


 

Eastwood-Real Time Strategy Group: Civilization IV

2004, Computerspiel /Computergame

 

Das Spiel simuliert auf ironische Weise eine spätkapitalistische Weltordnung, in der die großen Konzerne Sony, Siemens, IBM u.a., wie zivilisatorische Einheiten um die Verteilung des Planeten kämpfen. Das Spiel ist eine Modifikation der populären Civilizations Strategiespiele. (M.F.)

The computer game simulates in an ironic way a late capitalist world order. Multinational corporations like Sony, Siemens and IBM fight for dominance of the planet. The game is a modification of the commercially successful Civilisations strategy game. (M.F.)

 

 

Carsten Höller: Spiele Buch

1998/ 2008 Audioinstallation mit Auszügen aus Carsten

Höller’s Spiele Buch (Oktogon Verlag Berlin; hrsg. v. Hans-

Ulrich Obrist; Sprecher: Helmut Bohatsch, Katharina Olschbaur)

 

 

Im Spiele Buch von Carsten Höller entwirft der Künstler vorstellbare und unmögliche Spielsituationen. Die Spielregeln verleiten

imaginäre Mitspieler zu ebenso absurden wie auch

be zaubernden Situationen. Ausschnitte aus dem Spiel-Buch werden als Klanginstallation und in einem Kunstradio Beitrag zu hören sein. (M.F.)

„3.9 Vertrauen II. Kopf der anderen Person mit der eigenen Hand stützen, so dass diese ihren Kopf so ruhen lassen kann, als hätte sie ihn selbst aufgestützt.“

In his Book of Games, Carsten Höller suggests conceivable and impossible ways of playing. The rules of the games guide imaginary players towards bizarre and beautiful situations. Excerpts from the book will be audible in an audio installation and in a Kunstradio programme on ORF. (M.F.)

‘3.9 Trust II. Hold another person’s head with your own hand, so that the other person can rest as if supported by her own hand.’

In Zusammenarbeit mit ORF Kunstradio / in cooperation with Austrian Broadcast Kunstradio programme (Ö1, 92 MHz, www.kunstradio.at).

 

 

Get as close as you can to a body part of your partner without actually touching it!

 

Margarete Jahrmann: PONG Dress

2006, wearable electronics

 

PONG Dress ist ein Stück tragbarer Elektronik. Es ist zugleich Kleidungsstück und Kommentar zur Medienkunst. Als Paraphrase von Valie EXPORT Tapp- und Tastkino überträgt es den feministischen Diskurs von 1968 in die Gegenwart. (M.F.)

„Mit dem PONG Dress als gleichermaßen absurdem wie provokantem Statement lanciert die Spielfigur Marguerite Charmante ein neues Label: Game Fashion. Die Situation einer passiven Spielfigur, die selbst nicht sieht, was gespielt wird und sich nur als Objekt des Spiels zu Verfügung stellt, präsentiert sich als Détournement Agent Provocateur.“ (Margarete Jahrmann)

‘PONG Dress’ is a piece of wearable electronics. It is dress and comment on media art at the same time. As a paraphrase of Valie Export’s ‘Touch Cinema’ it transfers the feminist discourse from 1968 into our decade. (M.F.)

‘The game character of Marguerite Charmante launches a new label: Game Fashion. A passive game character who cannot see what is being played and provides her own body as an object of play might be called Détournement Agent Provocateur.’ (Margarete Jahrmann)

PONG Dress ist eine Leihgabe / is on loan from Artothek Wien

 

Max Moswitzer: Little Whitenoise

2008, 3D-Print

 

Gegenstände aus dem virtuellen Universum von Second Life werden von Max Moswitzer ins „echte“ Leben reimportiert. Elemente, die man als Second Life Besucher kostenlos aufsammeln kann, stapeln sich zu einer Halde weißer und nutzloser Versatzstücke, die als tausch-wertloses Mobiliar auf den konsumistischen Charakter des Spiels verweisen. (M.F.)

Moswitzer pulls back virtual inventory from Second Life to real life. Freebies, i.e. objects that can be picked up without cost, are piled up in a heap of useless, white, and interchangeable items. A room furnished with objects of no exchange-value points towards the consumerist character of the game. (M.F.)

 

 

Liddy Scheffknecht: outshine

2001, Video

 

„Ein Fußballmatch wurde auf die Schatten der Spieler reduziert. Was bleibt, ist die Kamerafahrt und eine bloße Referenz auf die Personen.“ (Liddy Scheffknecht)

‘A match of football was reduced to the shadows of the players. What remains is the motion of the camera and a reference to the persons.’ (Liddy Scheffknecht)

 

 

Paul Sermon: Peace Talks

2008, Mixed Reality Installation im project space und in

Second Life

 

 

In der telematischen Installation für den project space am Karlsplatz werden die Ausstellungsbesucher in die virtuelle Welt von „Second Life” transportiert. Umgekehrt werden Avatare von jener Welt in die Kunsthalle geholt. Durch die Überlagerung von Avataren und leibhaftigen Ausstellungsbesuchern überlagert sich die virtuelle Welt mit der Realität. (M.F.)

Paul Sermon was commissioned to create a mixed reality Second Life installation for the exhibition. The visitors of project space at Viennese Karlsplatz will be teleported into Second Life. Virtual inhabitants of the latter will conversely find themselves in Vienna. The superimposition of avatar and real visitor creates a blend of layers of reality. (M.F.)

Mit Unterstützung von / supported by Arts Council, England.

 

 

Jakob Scheid: Kempelen-Box

2004, Ausstellungs-Display, Universität für angewandte

Kunst Wien

 

Die Box von Jakob Scheid, die im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Brigitte Felderer und Ernst Strouhal entstand, präsentiert zwei ‚playful objects’ von Wolfgang von Kempelen (1734 – 1804), seine Sprechmaschine und den mechanischen Schachspieler Die Teile können während eines Vortrages zusammengesetzt und spielbar gemacht werden. (E.S.)

The box, designed by Jakob Scheid in a research project with Brigitte Felderer and Ernst Strouhal, holds two ‘playful objects’ of Wolfgang von Kempelen (1734 – 1804): his talking machine and the chess playing automaton. The fragments can be put together and played in a lecture. (E.S.)

Mit Unterstützung von / supported by T_Heuss_Comp. und/and Kempelen-Archiv-Wien (KAW).

 

 

Tatia Skhirtladze: The Goal

2007, Fotodokumentation

 

 

Eine fotografische Dokumentation einer Installation im Sudan.Das Netz des Fußballtores auf einem trockenen und staubigen Feld wurde in Regenbogenfarben eingefärbt. (F.B.)

A photographic documentation of an installation in Sudan. The football net on a dry and dusty playground has been coloured in rainbow colours. (F.B.)

 

 

Axel Stockburger: Gold Farmer

2008, Video

 

„Der Begriff ‚gold farming’ bezieht sich auf die Praxis, reales Geld mit Online-Spielen zu verdienen. Hier verschwimmen einerseits die Grenzen zwischen Spiel und Arbeit, andererseits lassen sich sehr präzise die Bruchlinien innerhalb privater globalisierter Medienuniversen erkennen, wenn etwa europäische gold farmer auf Chinesen treffen.” (Axel Stockburger)

‘‘Gold farming’ is the art of earning real money in online games. The boundaries between play and work become blurred here: on the other hand, we can see the cracks and inconsistencies between privately-owned global media empires, if, for example, European gold farmers meet Chinese.’ (Axel Stockburger)

 

 

Patrick Wiesner: Messer Schach / Knife Chess-Set

2008, Skulptur

 

 

„Mich faszinierte der martialische Aspekt a Schachspiel. Der Ursprung ist ja schlussendlich ein Krieg zwischen zwei Parteien.“ (Patrick Wiesner)

‘I am fascinated by the martial aspects of this kind of chess. Let’s face it: The origin is a war between two opponents.’ (Patrick Wiesner)

Mit Unterstützung von / supported by Victorinox.

 

 

 

 

Sam Taylor-Wood: David Beckham

2004, digital video displayed on plasma screen

 

no picture available

Die Arbeit von Sam Taylor-Wood stellt eine Videoaufzeichnung des schlafenden David Beckham in einem Hotel in Madrid dar. Durch die Konnotation von Beckham und seinen Affairen setzt Taylor-Wood das Beinahe Stilleben in den Kontext von märchenhafter erotischer Unerreichbarkeit, und idealtypischer Stylisierung männlicher Sexualität.

 

Sam Taylor-Wood; commissioned by the National Portrait Gallery with the support of J.P. Morgan through the Fund for New Commissions.

 

 

Erwin Wurm: Outdoor Sculptures Taipei 2000

2000, c-print

 

„Der grundlegende Schritt bestand darin, die Idee der Dauerhaftigkeit und Unendlichkeit aufzugeben. Skulpturen können auch nur für ein paar Minuten, ein paar Sekunden bestehen. Die Arbeiten werden auf die Ebene unmittelbarer Gegenwart gebracht.“ „Soziales Verhalten, politische Inhalte, Sexualität, Lächerlichkeit, Idiotie – nun, ich habe die Tür zu all dem geöffnet (...) Ich bringe die Leute in meine Welt, und ich benutze sie, allerdings benutzen sie auch mich, auch wenn ich das am Anfang nicht gleich bemerkt habe.“ (Erwin Wurm)

‘The fundamental steps consisted of abandoning the idea of durability and infinity. Sculpture could also last for just a few minutes, a few seconds. The works were transported to the level of the immediate present.’ ‘Social behaviours, political issues, sexuality, ridiculousness, stupidity – well, I opened the door to all of this. (...) I bring the people into my world, and I use them, but they’re also using me, though I didn’t see this at first.’ (Erwin Wurm)

 

 

  

//////////fur////: Legshocker

2002, Installation

 

 

„Bevor die Spieler in ihre Fußballschuhe schlüpfen, ziehen sie sich ein handgenähtes Schienbeinaccessoire an und betreten den Kunstrasen. Vor sich den Gegner, zielen sie auf den Ball. Doch wie wir wissen, kann man auch das gegnerische Schienbein anstatt des Balles treffen. Falls der Gegenspieler mit dem Legshocker ausgerüstet ist, wird er sich darüber nicht freuen ...“ (//////////fur////)

‘The players, before putting on their football footwear, slip into a hand-sewn shin-pad and step onto a piece of professional lawn. With the controllers in their hands they face the first opponent and aim at the ball. But we all know that you can also tackle others by kicking it... a human opponent wearing the Legshocker will probably not like it ...’ (//////////fur////)

 

 



 

 

 

 

 

GameboyMusicClub (International)

 

Für den Eröffnungsabend inszeniert der 
GameboyMusicClub
ein Konzert auf Nintendo Gameboys.